Wie konntest du nur...


Als ich noch ein Kitten war unterhielt ich Dich mit
meinen Spielchen und brachte Dich zum Lachen.

Du nanntest mich Dein Baby und trotz einer Anzahl
abgekratzter Tapeten und so manch zerfetzter
Gardinen wurde ich Dein bester Freund.

Immer wenn ich böse war, erhobst du Deinen
Zeigefinger und fragtest mich

...Wie konntest Du nur?

Doch dann gabst Du nach und kraultest mir den
Rücken.

Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich
im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine
Geheimnisse und Träume anvertrautest und ich glaubte
das Leben könnte schöner nicht sein.

Ich döste stundenlang in der Sonne während ich auf
Deine abendlich Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an mehr Zeit mit Arbeit und
Karriere zu verbringen und auch damit, Dir einen
menschlich Gefährten zu suchen.

Ich wartete geduldig auf Dich und tröstete Dich über
Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg und
überschlug mich vor Freude wenn Du heimkamst auch
als Du dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein „Katzenmensch“
trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen.

Versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und
gehorchte ihr, ich war glücklich weil Du glücklich warst.

Dann kamen die Menschenbabys, und ich teilte Deine
Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa
Haut und ihrem Geruch und wollte sie bemuttern.

Nur das Du und Deine Frau Angst hatten ich könnte
ihnen wehtun und so verbrachte ich die meiste Zeit in
einem anderen Zimmer.

Oh wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde
zu einem Gefangenen der Liebe.

Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund.
Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran
hoch auf wackeligen Beinchen, piksten ihre Finger in
meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir
Küsse auf die Nase.

Ich liebt alles an ihnen und ihre Berührungen, denn
Deine Berührung war jetzt so selten geworden: Ich
hätte sie mit meinem Leben verteidigt wenn es nötig
gewesen wäre. Ich kroch heimlich in ihre Betten hörte
ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten
wir auf das Geräusch deines Wagens in der Auffahrt.

Es gab einmal eine Zeit , da zogst Du auf die Frage,
ob Du eine Katze hättest, ein Foto von mir aus der
Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich.

In der letzen Zeit hast Du nur noch mit ja
geantwortet und das Thema gewechselt.

Ich hatte mich von Deiner Katze in nur eine Katze
verwandelt.

Jede Ausgabe für mich wurde Dir ein Dorn im Auge.

Jetzt hast Du in einer anderen Stadt eine neue
Berufsmöglichkeit und Du und sie werdet in eine
Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet
sind.

Du hast die richtige Wahl für „Deine“ Familie
getroffen, aber es gab mal eine Zeit, da war ich
Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am
Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen,
nach Angst und Hoffnungslosigkeit.

Du fülltest die Formulare aus und sagtest
„ich weiß, sie werden ein gutes zu Hause für sie finden“
Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten
Blick zu. Sie wissen was eine Katze in mittleren
Jahren erwartet auch mit Stammbaum.

Dein Sohn schrie, nein Papa sie dürfen mir meine
Katze nicht wegnehmen!
Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die
Lektionen die Du ihm gerade beigebracht hattest: über
Freundschaft und Loyalität, über Liebe und
Verantwortung und über Respekt vor allem Leben.

Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt und
meine Augen gemieden. Du hattest einen Termin
einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst sagten die beiden netten
Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten
von dem Umzug gewusst und nichts unternommen, um
ein gutes zu Hause für mich zu finden. Sie schüttelten
den Kopf und fragten:

„Wie konntest du nur?“

Sie kümmerten sich um uns hier im Tierheim so gut es
eben geht.

Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen
Appetit schon seit Tagen verloren.

Anfangs rannte ich immer vor an das Gitter, sobald
jemand an den Käfig kam, in der Hoffnung, das seist
Du – dass Du Deine Meinung geändert hättest und
alles nur ein schlimmer Traum gewesen war.......oder

ich hoffte, dass es zumindest Jemand wäre, der
Interesse an mir hätte und mich retten könnte.

Als ich einsah, dass ich nichts anzubieten hatte gegen
das vergnügte „Um – Aufmerksamkeit – Heilschen“
unbeschwerter Kitten, ahnungslos gegenüber ihrem
Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und
wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages
kam um mich zu holen.

Wir gingen einen Gang hinunter zu einem abgelegenen
Raum. Ein angenehmer ruhiger Raum. Sie hob mich auf
den Tisch und kraulte mir meine Ohren und sagte mir,
es sei alles in Ordnung.

Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl
geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der
Erleichterung.

Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen.

Meiner Natur gemäß war ich aber eher um sie
besorgt.

Ihre Aufgabe lastete schwer auf ihr und das fühlte
ich, genau wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen
konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner
Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange
floss.


Ich leckte ihre Hand um sie zu trösten genau wie ich
Dich vor vielen Jahren getröstet hatte.

Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene
ein . Als ich den Einstich fühlte und spürte wie die
kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich
schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen
Augen und flüsterte

„Wie konntest Du nur“

Vielleicht verstand sie die Katzensprache und sagte
deshalb

„es tut mir so leid“.

Sie umarmte mich und beeilte mir zu erklären, es sei ihre
Aufgabe dafür zu sorgen, das ich bald an einem
besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert, noch
missbraucht, noch ausgesetzt werden könnte oder
auf mich allein gestellt wäre, ein Ort der Liebe und
des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische
Ort.

Und mit letzter Kraft versuchte ich ihr zu verstehen
zu geben das mein

„wie konntest du nur“

nicht ihr gegolten hatte.

Du warst es mein geliebtes Herrchen an den ich
dachte.

Ich werde immer an Dich denken und auf Dich warten.

Möge Dir ein Jeder in Deinem Leben so viel Loyalität
zeigen.

Tiere sind kein Spielzeug das man achtlos in die Ecke
stellen kann!!

 

Ich bitte jeden Besucher meiner HP, diese Geschichte auf seiner HP zu veröffentlichen, um so vielen Menschen verständlich zu machen, das Tiere keine Gegenstände sind die man achtlos wegschieben kann. Jeder Mensch sollte sich der Verantwortung gegenüber seinem Haustier bewußt sein!!!

 


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